Handelstipps

Der Unterschied von binären Optionen zu anderen Produkten

Eine Option ist eine Art Versicherung. Der Eigentümer einer Option hat am Ende der Laufzeit die Wahl zu entscheiden, ob er den zugrunde gelegten Basiswert (Aktie, Indize, Rohstoff, Währungspaar) erwerben möchte oder nicht. Wenn sich der Preis des Basiswertes in der Zwischenzeit zu seinen Gunsten bewegt hat, dann wird er die Option ausüben, da sie sich im Geld befindet. Wenn nicht, und die Option befindet sich aus dem Geld, lässt er sie verfallen und bleibt auf den Kosten für die Option sitzen. Das ist dann sein Verlust.

Und genau hier wird der Vorteil von Optionen gegenüber anderen Produkten sichtbar. Für den Eigentümer einer Option ist das Gewinnpotential unendlich, während das Verlustpotential nur bis zur Höhe der Optionskosten begrenzt ist. So weit so gut zu den klassischen Optionen.

Binäre Optionen weisen folgende Unterschiede auf

  • Binäre Optionen weisen oft kürzere Laufzeiten auf
  • Binäre Optionen werden nicht an der Börse gehandelt
  • Binäre Optionen haben ein begrenztes Gewinn- und Verlustpotential
  • Binäre Optionen können nur durch Aufpreis vorzeitig verkauft werden

Wie man sieht unterscheiden sich binäre Optionen deutlich von den klassischen. Das Gewinnpotential wird nämlich wie der Verlust vom Broker vor gegeben. Dennoch ist es ein Vorteil von binären Optionen zu anderen Produkten, da andere Produkte ein unbegrenztes Verlustpotential aufweisen.

Vorteile und Nachteile von binären Optionen

Nehmen wir beispielsweise einen CFD. Ein CFD ist ein Differenzkontrakt, was so viel bedeutet, dass der Händler und der Broker einen Vertrag über einen Barausgleich abschließen.

Beispiel CFD

  • Händler geht von steigendem DAX-Kurs aus und geht eine Long-Position bei 9.000 Pkt. ein.
  • Dafür hinterlegt er lediglich eine Margin (Sicherheitsleistung), falls der Kurs gegen ihn läuft.
  • Nachdem der DAX um 100 Pkt. gestiegen ist, löst der Händler den Kontrakt durch das Schließen der Position aus.
  • Der Kontrakt stellt sicher, dass der Gewinn, der aus der Kursdifferenz entstanden ist per Barausgleich dem Händler gut geschrieben wird.
  • Andererseits, sollte der DAX um 100 Pkt. gefallen sein, stellt der Kontrakt sicher, dass der Händler per Barausgleich die Differenz als Verlust abführt.
  • In beiden Fällen bekommt der Händler die hinterlegte Margin zurück.

Beispiel Binäre Option

  • Händler geht vom steigenden DAX-Kurs aus und kauft eine Call-Option bei 9.000 Pkt.
  • Dafür zahlt er den Optionspreis (Versicherungspreis)
  • Die Call-Option sichert dem Händler bei einem Anstieg des DAX eine Rendite von 50 % zu.
  • Steht der DAX nach Ablauf der Laufzeit über 9.000 Pkt. erhält der Händler den Optionspreis und 50 % drauf unabhängig davon wie weit der DAX über 9.000 Pkt. steht.
  • Steht der DAX unterhalb der 9.000 Pkt. verliert der Händler den Optionspreis

Aus den beiden Beispielen kann man die Vor- und Nachteile von binären Optionen gut ableiten.

Vorteile:
  • Händler geht vom steigenden DAX-Kurs aus und kauft eine Call-Option bei 9.000 Pkt.
  • Dafür zahlt er den Optionspreis (Versicherungspreis)
  • Die Call-Option sichert dem Händler bei einem Anstieg des DAX eine Rendite von 50 % zu.
  • Steht der DAX nach Ablauf der Laufzeit über 9.000 Pkt. erhält der Händler den Optionspreis und 50 % drauf unabhängig davon wie weit der DAX über 9.000 Pkt. steht.
  • Steht der DAX unterhalb der 9.000 Pkt. verliert der Händler den Optionspreis

Nachteile
  • Die Laufzeit und die Rendite sind vorher festgelegt
  • Vorzeitiger Verkauf nur selten und mit Renditeeinbußen möglich
  • Die Rendite ist geringer als der Einsatz

Was ist der Hebeleffekt bei binären Optionen?

Trotz der einigen Nachteile für binäre Optionen, erweisen sich diese Produkte bei bedachter Vorgehensweise als äußerst lukrativ, da sie wie CFDs mit einem Hebel versehen sind. Das kann man in einem weiteren Beispiel in etwa so verdeutlichen:

Beispiel Aktie:

  • Händler kauft Google Aktie für 500 U$
  • Aktie steigt auf 505 U$
  • Händler verkauft die Aktie und erhält einen Gewinn von 5 U$

Beispiel binäre Option:

  • Händler kauft eine Call-Option auf die Google-Aktie für 100 U$ mit einer Laufzeit von 24 Stunden und einer Rendite von 50 %
  • Nach 24 Stunden steht der Kurs für die Google-Aktie über 500 U$
  • Der Händler erhält 50 U$ (50% von 100)

Der Händler hat mit nur einem Einsatz von 100 U$ eine Rendite von 50 % bekommen, während der Aktienhändler lediglich 1 % erwirtschaften konnte und dafür 500 U$ einsetzen musste. Das ist der sogenannte Hebeleffekt.

Einer der Kritik-Punkte von gehebelten Derivaten besteht darin, dass sich der Hebel in beide Richtungen auswirkt. Das stimmt. Wenn also der Händler der Option 50 % Rendite erwirtschaften kann, verliert er seinen Einsatz von 100 %, wenn der Aktienkurs nach Ablauf der Zeit unter 500 U$ steht. Doch es gibt trotzdem einen feinen Unterschied zwischen binären Optionen und beispielsweise CFDs, nämlich folgenden:

Wenn der Händler von CFDs auf steigenden Kurs der Google-Aktie gesetzt hat, dieser aber sinkt, wird sein Verlust immer größer solange er die Position nicht geschlossen hat. Das kann dazu führen, dass seine hinterlegte Sicherheitsleistung nicht mehr ausreicht und er eine Nachschussforderung bekommt bzw. seine Position vom Broker mit Verlust glatt gestellt wird. Das heißt, er kann mit nur einem Trade sein gesamtes Kapital verlieren.

Bei binären Optionen ist der Verlust trotz Hebels durch die Laufzeit und den bereits festgelegten Verlust (Optionspreis) begrenzt. Der Händler von binären Optionen hat auf diese Weise eine Struktur, die ihn vor einem Totalverlust schützt.