Handelstipps

Risiko und Money-Management bei binären Optionen

Das A und O im Trading von Finanzmarkt-Produkten ist das Risiko- und Money-Management. Professionelle Trader gehen sogar soweit und behaupten, dass genau das, die essenziellen Faktoren für ein erfolgreiches Trading sind.

Warum ist das so und was sind diese Faktoren?

Zunächst ein Mal, stell Dir vor, Du handelst keine binären Optionen, sondern Aktien. Wenn Du mehrere Aktien kaufst und der Kurs sich um 5 % nach oben verändert hat, dann machst du genau 5 % Rendite. Und jetzt stell Dir vor, du kaufst Call-Optionen auf dieselben Aktien, zahlst dabei ein von Dir festgelegtes Investment und wenn der Kurs der Aktie nach Ablauf der Zeit um 5 % gestiegen ist, machst Du 50 % Rendite. Denn 50 % wurde vor Kauf vom Broker zugesichert.

Und jetzt stell Dir vor, der Kurs sinkt um 5 % entgegen Deinen Erwartungen?

Dann verlierst Du mit den Aktien 5 % aber mit binären Optionen eben Deinen Einsatz. Da die Rendite aufgrund eines Hebels bei Derivaten wie binären Optionen höher ausfällt, ist auch das Risiko mehr zu verlieren größer. Und genau aus diesem Grund ist das Risiko-Management so wichtig.

Risiko- und Money-Management

Was ist Risiko- und Money-Management?

Im Rahmen des Risiko- und Money-Managements fragt sich der Händler:

„Wie viel bin ich bereit mit einem Trade und bezogen auf mein Eigenkapital zu verlieren?“

Die meisten Händler entwickeln im Laufe der Zeit ihre eigenen Präferenzen, da alle auch ihr eigenes Risiko-Bewusstsein haben. Doch grob kann man sagen: „je höher das Produkt gehebelt ist, um so geringer sollte der Einsatz sein.“

Beispiel Risiko-und Money-Management:

Eigenkapital 5.000 €
Verlustakzeptanz pro Trade in % 5 %
Verlustakzeptanz pro Trade in € 250 €

 

Wenn Du also eine Call-Option kaufst, weißt Du bereits, dass Du bei schlechtem Ausgang der Position einen Verlust Deines Einsatzes machst. Also muss Dein Einsatz von vornherein so gewählt werden, dass Du nur 5 % bezogen auf Dein Gesamtkapital verlierst. Warum muss das sein?

Ganz einfach. Im Trading ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass nicht jeder Trade aufgehen kann und wird. Auch kommen mal Phasen vor, die mehrere Verlust-trades hintereinander nach sich ziehen. Das sollte den Händler nicht verunsichern, dennoch muss er sich auf solche Phasen einstellen. Das gehört zum erfolgreichen Trading dazu. Und um sein Kapital vor solchen Phasen zu schützen, muss auch die Verlustakzeptanz entsprechend der Kapitaldecke sein. Für Anfänger empfiehlt sich sogar noch ein geringerer Anteil, z.B. von 1%.

Das CRV im Risiko-Management

Im Rahmen des Risiko-und Money-Managements fragt sich der Händler jedoch nicht nur wie viel er bereit ist zu verlieren, sondern wie hoch das CRV einer Position ist. Das CRV ist das Chancen-Risiko-Verhältnis und gibt in der Regel die Ratio zwischen dem erwarteten Gewinn und Verlust an.

Wenn Du also ein CRV von 2 hast, dann bemisst Du die Chance für den Gewinn (2) für höher als den Verlust (1).

Erwarteter Verlust pro Trade 250 € (5%)
Erwarteter Gewinn pro Trade 125 € (50 % von 250 €)
CRV 0,5 (125€/250€)

 

Nun wie du am Beispiel siehst, stellt sich bei binären Optionen ein Problem dar, denn der mögliche Verlust (Investition pro Trade) ist in den meisten Fällen höher als die zugesicherte Rendite (z.B. 50%). Deshalb wäre das CRV stets unter 1. Außer man handelt High-Yield-Optionen.

Dennoch, das CRV kann auch über die technische Analyse geschätzt werden. Dann nämlich fragt sich der Händler nicht, wie viel er verlieren oder gewinnen kann, sondern: „wie wahrscheinlich ist es, dass ein technisches Muster (Setup) ein gutes CRV liefert.“

Ein gutes auf Basis der technischen Analyse basierendes Muster für ein hohes Chancen-Risiko-Verhältnis ist das allbekannte Trendmuster. Bewegt sich der Kurs nämlich in einem stabilen Aufwärts-Trend, so ist die Chance bei einer Call-Option deutlich höher als das Risiko. Befindet sich der Kurs seit geraumer Zeit in einem Seitwärtstrend, so ist die Chance der Range-Optionen höher als das Risiko.

Fazit

Das Risiko-und Money-Management fällt bei binären Optionen zusammen. Bei Produkten wie CFDs, die keine Verlustbarriere nach unten haben, ist der Aufwand für das Risiko-Management höher. Bei diesen Produkten muss der Händler auch die Entfernung zum möglichen Stop monetär berechnen.

Auch wenn das CRV bei binären Optionen meistens unter 1 beträgt, so kann ein gutes CRV auch auf Basis der technischen Analyse erreicht werden. Hier stellt sich nicht die Frage nach dem geldmäßigen Verlust oder Gewinn sondern der Wahrscheinlichkeit, dass die Position aufgeht.

Solltest Du Range- oder Touch-Optionen handeln, so bieten Dir die meisten Broker bei diesen Handelsarten ein CRV von über 1 an. Bedenke dennoch dabei: Je höher die Rendite, um so unwahrscheinlicher das Eintreffen der gewünschten Situation. Daher ist es manchmal besser sich mit weniger zufrieden zu geben, selbst wenn das CRV auf den ersten Blick kleiner ist.